Chronik

Der Verein für Schutz und Pflege einheimischer und fremdländischer Vögel e.V. Hassloch wurde am 21. Juni 1953 von 16 Haßlocher Vogelfreunden gegründet.

Vorsitzender wurde Eugen Braun, sein Vertreter Walter Wernecke.

 

Bereits im November fand die erste Vogelschau im Saale Nagel statt, und zwar mit einer erstaunlichen Vielfalt von Tieren. Viele Besucher waren begeistert.

 

Die zweite Schau 1954 sah bereits mehr als 300 Exemplare aus über hundert Arten. Star der Ausstellung war ein zahmer Storch, den uns die Pirmasenser Freunde zur Verfügung stellten. Die letzte Vogelsausstellung fand 1955 statt, bereits mit eigenen Käfigen und einer großen Rundvoliere. Die Veranstaltung mit über 400Tieren in mehr als 120 Arten war ein Riesenerfolg. In einer Fachzeitschrift war damals zu lesen: Sachverständige Besucher stellten fest, dass eine derart reichhaltige und mustergültig organisierte Schau in Deutschland kaum ein zweites Mal anzutreffen sei.

 

Anfang 1955 wurden mit der Gemeindeverwaltung Gespräche geführt, um am Waldrand ein Gelände zu bekommen um Vogelschutz zu betreiben, im Sommer mit Nisthilfen und im Winter mit Futtermitteln. Die Gemeindeverwaltung war damals bereit, dem Verein das Gelände, in Hassloch damals als Fischweiher bekannt, zur Verfügung zu stellen. Tausende von Arbeitsstunden mussten dann aufgewendet werden, um die beiden Weiher, die oft als Müllabladeplatz verwendet wurden, zu säubern. Der kleine Weiher wurde mit einem Zaun versehen und die ersten Tiere des Vogelparks hielten Einzug, ein Paar weiße Schwäne.

In diesem Jahr erfolgte auch der Eintritt in den „Verband Deutscher Waldvogelliebhaber“ und den „Deutschen Bund für Vogelschutz“. Die Arbeiten im Park wurden vorangetrieben, der große Weiher eingezäunt und mit mehreren Arten von Gänsen und Enten besetzt.

Im Frühjahr 1959 wurde der Vogelpark der Öffentlichkeit vorgestellt, die Vereinsmitglieder erhielten von vielen Seiten großes Lob für die geleistete Arbeit.

Anlässlich einer Tagung, zu der der Frankfurter Zoodirektor Grzimek als Gastredner eingeladen war, spendete er für den Hasslocher Park einen Zwergziegenbock, dieser erhielt aus dem Zoo Neunkirchen eine Ziegendame und so entstand der heutige Streichelzoo.

Im Juni 1963 – der Mitgliederstand war inzwischen auf 130 angewachsen – wurde im Saale Löwer das 10jährige Bestehen groß gefeiert.

Das herausragendste Ereignis im Vereinsleben wurde Anfang 1963 geplant, der Bau eines eigenen Vereinsheims mit Gaststätte. Mit wenig Geld, aber mit viel Mut und Tatendrang wurde diese Arbeit angegangen. In weniger als zwei Jahren, in reiner Eigenleistung der Vereinsmitglieder wurde das Heim erstellt, am 1. September 1964 in Anwesenheit einiger Prominenz durch den Architekten Hans Scheurer der Schlüssel an Vorstand Braun übergeben.

 

Dazwischen gab es das erste Parkfest und einen erstaunlichen Gast, den Deidesheimer Geißbock „Oskar“, den ein Anhänger der Kölner Bundesligamannschaft als Maskottchen ersteigert hatte. Da im Kölner Stadion momentan kein Platz vorhanden war, kam Oskar für einige Wochen in den Vogelpark und war eine Attraktion für viele Besucher.

Bis Ende der Sechziger Jahre wurden Scheune, Werkstatt, Futterküche und für die neue Jugendgruppe ein Jugendraum erbaut. Im September 1971 folgte das Kranichhaus mit verschiedenen Kranicharten.

Im Jahre 1973 wurde das 20jährige Bestehen des Vereins mit einem Festabend im Vogelpark gefeiert.

Bis Ende 1980 wurden bei einer Zählung der hervorragende Bestand von 420 Tieren und 95 Arten festgestellt, darunter ein Paar Störche, damals eine Seltenheit in einem Vogelpark.

Nach 1973 wurden die Weiher im Jahre 1984 zum zweiten Male von ca. 200 cbm Schlamm gesäubert, unter Mithilfe mehrerer Firmen.

Im Jahre 1989 wurde in der Forstgasse ein Fachwerkhaus aus dem Jahre 1791 abgerissen, die Teile erhielt der Vogelpark und unter Leitung unseres Parkwartes Renner entstand es fast im Urzustand wieder. Heute beherbergt es die Großpapageien und im Obergeschoss Winterräume für exotische Vögel.

 

Der Mitgliederstand war inzwischen auf 220 Personen angestiegen.

Im Juni 1993 wurde das vierzigjährige Bestehen im Vogelpark gefeiert.

Der Beigeordnete Hurrle enthüllte einen Gedenkstein des leider all zu früh verstorbenen Steinmetz Egon Fahrnbach.

Im Februar 1994 wurde der Vogelpark Heimat für einige obdachlose Strauße, von denen als Dank für die Aufnahme ein Paar im Park verblieb.

 

Im April 1997 wurde die neue Sittichanlage mit 6 Außenvolieren und beheizbaren Innenräumen fertig gestellt und besetzt.

Im Sommer 1999 wurde nach fast zweijähriger Arbeit eine Sichleranlage eingeweiht, eine Heimat für Sichler, Ibisse und Reiher mit großem Freiflug. Große Begeisterung herrschte  im Park, als das Storchenpaar zwei Junge aufzog, die im Juli durch Frau Dorner vom Pfalzstorchenprogramm beringt wurden und Anfang September den Flug in ihr Winterquartier antraten.

Letzte bauliche Maßnahmen waren die Erneuerung des Storchengeheges und der Bau einer Toilettenanlage.